Daten und Fakten

Die Schweinehaltung in Österreich erklärt.

Betriebe und Schweine in Österreich

Betriebe mit Schweinehaltung (ca.)15 820
Schweine pro Betrieb157
Schweine gesamt2 479 050
Ferkel600 646
Jungschweine621 260
Mastschweine1 058 482
Zuchtsauen198 662
Eber2 823

Statistik Austria, Viehbestand jährlich, Stand Dezember 2025

Schlachtungen in Österreich

Schlachtungen pro Jahr gesamt4 768 871 (1)
AMA Gütesiegel1 999 324 (2)
Tierwohl-Label (AMA-GS Mehr Tierwohl Gut)92 492 (2)
Tierwohl-Label (AMA-GS Mehr Tierwohl Sehr Gut)99 637 (2)
Bio78 069 (2)
Nicht in AT geboren - in AT gemästet184 484 (2)
Nicht in AT geboren und gemästet420 199 (2)

(1) Statistik Austria, Schlachtungsstatistik 2025
(2) Österreichische Fleischkontrolle, Daten für 2025

Versorgung und Wertschöpfung in Österreich

Selbstversorgungsgrad (%)100 (1)
Schweinefleischverbrauch gesamt (kg)424 192 000 (1)
Schweinefleischverbrauch pro Kopf (kg)46,2 (1)
Schweinefleischverzehr pro Kopf (kg)32,6 (1)
Produktionswert der Schweinehaltung (€)977 000 (2)

(1) Statistik Austria, Versorgungsbilanzen 2024
(2) Grüner Bericht 2025

Betriebe

In Österreich werden Schweine in der Regel auf bäuerlichen Familienbetrieben gehalten. Ca. 3,8 % der Schweine werden nach Bio-Richtlinien gehalten (Grüner Bericht 2025).

Die Betriebe sind entweder auf die Haltung von Mutterschweinen und Ferkeln oder von Mastschweinen spezialisiert, oder es sind sogenannte kombinierte Betriebe, die beide Betriebszweige haben. Auf ferkelerzeugenden Betrieben werden Mutterschweine gehalten, die Ferkel zur Welt bringen. Die Ferkel werden auf dem Betrieb großgezogen und mit knapp 3 Monaten und 30 kg ziehen sie in den Maststall am eigenen Betrieb oder am Partnerbetrieb. Im Maststall werden die Ferkel gemästet, bis sie ca. 6-7 Monate alt und 110 kg schwer und bereit zur Schlachtung sind.

Die Anforderungen für die Haltung von Schweinen sind in der 1. Tierhaltungsverordnung gesetzlich geregelt (RIS - 1. Tierhaltungsverordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 06.02.2024 (bka.gv.at) Anlage 5). Sie werden regelmäßig von Betreuungstierärzten und -ärztinnen evaluiert und von Kontrollorganen (z.B. Amtstierärztinnen und -ärzte) überprüft. Über 50% der österreichischen Schweine werden im Rahmen von Qualitätsprogrammen des AMA-Gütesiegels gehalten, die die Einhaltung von zusätzlichen Kriterien und regelmäßige Kontrollen vorgeben. 95% der Schweine sind im Tiergesundheitsdienst erfasst (Stand 2021; Quelle: TGÖ) und werden zusätzlich tierärztlich begleitet.
94,1% der Schweine in Österreich werden in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark gehalten (Statistik Austria, 2025). Diese Bundesländer bieten mit ihren Gunstlagen mit Ackerbau gute Anbaubedingungen für die Futtermittel der Schweine.

Kreislaufwirtschaft

Die kreislauforientierte Wirtschaftsweise ist ein besonderes Markenzeichen der österreichischen Schweinehaltung und ist auch durch die bodengebundene Landwirtschaft gesetzlich gefordert. Österreichs Schweinebauern und -bäuerinnen betreiben meist auch Ackerbau. Die Haltung von Schweinen ist nur mit entsprechenden Ackerflächen am eigenen oder auf einem Partnerbetrieb für die Gülleausbringung erlaubt. In den Fruchtfolgen am Acker werden Futterpflanzen (z.B. Mais und Gerste) angebaut, die den Schweinen als Futter dienen. Die Gülle (Kot und Harn der Schweine) ist ein hochwertiger Wirtschaftsdünger für die Ackerflächen. Gemeinsam mit Ernteresten versorgen sie die im Boden lebenden Pflanzen und Organismen mit Nährstoffen. Wenn diese absterben, werden sie zu Humus abgebaut. Humus wiederum liefert Nährstoffe für die Pflanzen. Schweinebäuerinnen und -bauern produzieren ca. 80% der Futtermittel selbst auf ihren Feldern. Ein komplett geschlossener Kreislauf ist auf landwirtschaftlichen Betrieben jedoch nicht möglich, da einzelne Futtermittel und Dünger zugekauft und Schweinefleisch als Lebensmittel verkauft werden.

Bildschirmfoto 2024 02 19 um 10.28.55

Futtermittel

Qualitativ hochwertiges Futter und eine ausgewogene Ration sind Grundvoraussetzungen für gutes Wachstum und eine gute Gesundheit der Schweine.

Die Fütterung ist dabei an die jeweilige Lebensphase der Schweine angepasst und Ferkel, Mastschweine und Sauen werden verschieden gefüttert.
Mastschweine fressen ca. 79% energiereiches Futter wie z.B. Mais und Gerste, 18% eiweißreiches Futter wie z.B. Soja- und Rapsextraktionsschrot und 3% Mineralstoffe und Vitamine.

Soja wird häufig aus Brasilien, Argentinien und den USA importiert. Dort werden oft gentechnisch veränderte Sorten angebaut. Gentechnikfreies Futter aus Europa führt zu Mehrkosten, jedoch wird Schweinefleisch aus gentechnikfreier Fütterung durch Markenprogramme gefördert und nimmt zu.