Delegiertenversammlung der Schweinehaltung Österreich

Dr. Elisabeth Scherz

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© Schweinehaltung Österreich

Im schönen steirischen Vulkanland trafen sich am 6. November die höchsten Vertreter der Schweinehaltung Österreich zur Delegiertenversammlung 2025. Die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden Veranstaltung durfte sich über zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Ehrengäste freuen. Unter ihnen auch der steirische Landtagsabgeordnete Franz Fartek, der zu Beginn der Veranstaltung Grußworte an die Versammlung richtete und die Vulkanlandregion sowie das Vulkanlandschwein kurz vorstellte.

Bericht Obmann und Geschäftsführer

Es folgte ein kurzer Bericht des Obmanns, Franz Rauscher, der die relevantesten Themen der letzten beiden Jahre für die Schweinebranche beleuchtete. Besonders ging er auf die politischen Entwicklungen, die zur neuen gesetzlichen Übergangsfrist der Vollspaltenbodenregelung geführt haben, ein. Außerdem hob er den intensiven politischen Austausch hervor, etwa zum Chinaprotokoll und zur Entwicklung der Tiergesundheitsorganisation TGÖ.
Im Anschluss berichtete Michael Klaffenböck, der Geschäftsführer der Schweinehaltung Österreich, über die laufende Arbeit des Verbands. Dazu zählen Projekte wie IBeSt und IBeST+, der Nutztierlehrpfad, das Projekt Ackerschweine und nicht zuletzt das neue Projekt Zusammenarbeit Schwein. Einen großen Teil der Verbandsarbeit nimmt auch die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in Anspruch, wozu zahlreiche Beiträge in Printmedien, Podcasts und auf Social Media sowie die aktive Vertretung in der Öffentlichkeit gezählt werden können.

Rückblick Dr. Johann Schlederer
Aufgrund seiner bevorstehenden Pensionierung gewährte Dr. Johann Schlederer in einer Zeitrafferpräsentation einen Überblick über die wichtigsten Stationen seiner jahrzehntelangen Tätigkeit. Dabei erinnerte er unter anderem an das Jahr 1995, als im Zuge des EU-Beitritts die Schweinebörse von vorausschauenden Funktionären gegründet wurde. Seitdem wurde die Preisbildung für Mastschweine unter seiner Mitwirkung verhandelt, und bis heute zeichnet sich die Börse durch klare Regeln und einen geschlossenen Auftritt aus.
Er berichtete über die Entwicklung der Schweinepreise und die Umstellungen nach dem EU-Beitritt, darunter EU-Zuputznorm, Warmverrechnung und neue Klassifizierung. Auch Insolvenzen ehemaliger Schlachthöfe und die Bedeutung einer stabilen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Schlachtbranche waren Teil seines Rückblicks.
Schlederer erinnerte zudem an prägende Ereignisse wie die Entstehung der AMA, die Demonstration am Ballhausplatz 1991 und die Einführung eines gemeinsamen österreichweiten Magazins. Schwierige Phasen, etwa der Skandal um verbotene Medikamente in der Schweinezucht, wertete er als Chancen für die Weiterentwicklung der Branche. Weitere prägende Themen waren die Ferkelschutzkorbdebatte und die Demonstration in Ried, deren gesetzliche Auswirkungen ab dem Jahr 2033 greifen werden.
Abschließend beleuchtete er technische und politische Entwicklungen wie Ferkelnarkose, BVZert, AMA-Tierwohlmodule, Corona-Förderungen sowie die Debatte zum Vollspaltenverbot und dankte allen Beteiligten für das jahrzehntelange Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Berichte aus den Fachausschüssen
Die Leiter der Fachausschüsse berichteten über die Ereignisse in ihren Bereichen. DI Johann Stinglmayr gab einen Überblick über die Arbeit des Ausschusses für Recht und Politik, Dr. Peter Knapp über das Zuchtgeschehen und Hans-Peter Bäck über die Aktivitäten des Ferkelausschusses. Dr. Johann Schlederer sprach sowohl über die Entwicklungen in der Ö-Börse als auch über den Mastausschuss und Thomas Reisecker lieferte einen Bericht über die Agenden des Kommunikationsausschusses.
Ein Highlight der Ausschussberichte war die persönliche Ehrung von Johann Schlederer. Die Gastgeber aus der Steiermark, Raimund Tschiggerl und Hans-Peter Bäck, bedankten sich mit einem Geschenk für seine jahrelanges Engagement für die Schweinebranche.

Wahl der Obmänner
Die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Steiermark, Maria Pein, übernahm bei der Wahl der Obmänner den Vorsitz. Als neuer Obmann der Schweinehaltung Österreich wurde der bisherige Obmann Franz Rauscher bestätigt. Die Wahl der Obmann-Stellvertreter fiel wie in der letzten Periode auf Markus Brandmayr (Oberösterreich) und Josef Brandstätter (Niederösterreich). Anstelle von Kurt Tauschmann trat Josef Kaiser (Steiermark) als dritter Obmann-Stellvertreter neu hinzu.
Ehrungen und Abschluss
Im Rahmen der Sitzung wurden zwei Persönlichkeiten aufgrund ihrer langjährigen Verdienste für die Schweinehaltung Österreich geehrt:
• Zum einem wurde Ing. Kurt Tauschmann, der von 2012 bis 2025 als Obmann-Stellvertreter der Schweinehaltung Österreich tätig war, für seinen dauerhaften und engagierten Einsatz für die österreichische Schweinebranche herzlich gedankt und gewürdigt.
• Zum anderen wurde Dr. Johann Schlederer, der von 1995 bis 2026 als Vorstandsmitglied der Schweinehaltung Österreich sowie als Geschäftsführer der österreichischen Schweinebörse tätig war, für seinen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung und Stabilität der Branche ausgezeichnet.

Die erfolgreiche Veranstaltung fand ihren Ausklang bei einem gemeinsamen Mittagessen und einer anschließenden Führung durch die Welt der Vulcano Schinkenmanufaktur.